Das Motto des  Welt-Schlaf-Tag 2019 ist am 15. März „Gesunder Schlaf = Gesundes Altern“.

Die Welt ist schlafgestört. Fast die Hälfte unserer Weltbevölkerung hat Schlafprobleme. Schlafstörungen sind damit eine globale Herausforderung.

Derzeit leben etwa 3,82 Milliarden Frauen und 3,89 Milliarden Männer auf der Erde. Das heißt, dass fast die Hälfte der Weltbevölkerung weiblich ist und nun wird im September Frau Birgit Högl, Leiterin des Schlaflabors an der Universitätsklinik für Neurologie in Innsbruck, die neue Präsidentin der „World-Sleep-Society“. Högl ist mit über 250 Publikationen nicht nur eine fabelhafte Schlafmedizinerin, sondern auch eine renommierte Schlaf-Forscherin. Schön das es eine Frau geworden ist.

Zellalterung und schlechte Schlafqualität

Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir mit Schlafen. Doch wie schlafen wir? Wie erholsam ist unser Schlaf? Und: schlafen wir genug? Wenn wir nicht genug geschlafen haben oder ständig keinen Tiefschlaf haben, sehen wir älter aus und unsere Haut erscheint blass, die Falten tiefer und die Augen verlieren ihren Glanz. Schönheitsschlaf ist also nicht nur ein Werbeslogan. Die vermehrte Ausschüttung von Stresshormonen bzw. das Nicht-Abbauen von Stresshormonen können wir am Hautbild sehen. Aktuelle Forschungsergebnisse zum Schnarchen mit Atempausen (obstruktives Schlafapnoesyndrom = OSA) zeigen, welche bedenklichen Folgen dieser Schlafmangel (durch die Weckreaktionen während der Atempausen) haben kann. Studien zeigen, dass das unbehandelte obstruktive Schlafapnoesyndrom zu einer DNA-Veränderung führt – und das ist wirklich bedenklich.

Unsere Chromosomenenden werden durch sogenannte Telomere geschützt. Wenn diese Proteine verkürzt sind, führt dies zu einer frühzeitigen Zellalterung. Auch das Risiko an Krebs zu erkranken, ist erhöht. Eine Studie mit PatientInnen mit obstruktivem Schlafapnoesyndrom hat jetzt gezeigt, dass bei Betroffenen die Telomer-Länge verkürzt ist. „Wir gehen davon aus, dass die Schlafapnoen dazu beitragen, dass Zellen schneller altern“, erklärt Birgit Högl. Es gibt auch Studien die zeigen das bei einem nichtbehandelten Schlafapnoesyndrom die Neigung zu Gallensteinen erhöht ist, das Schlaganfallrisiko steigt, die Entwicklung von Diabetes und erektiler Dysfunktion begünstigt.

Schlafapnoe wird durch ambulante oder stationäre nächtliche Messungen im Schlaflabor oder in der Praxis zum Beispiel eines Pneumologen diagnostiziert. Es gibt heute vielfältige Behandlungsmethoden der Schlafapnoe. Mein Appell: Lassen Sie sich testen und behandeln! Für Beratungen können Sie jederzeit einen Termin vereinbaren.

Warum Schlaf immer wichtig ist

Körper und Geist lechzen am Abend nach Erholung. Dafür müssen wir – sowie alle Säugetiere – schlafen. Der Schlaf ist ein sehr aktiver Zustand, in dem wir auch unglaublich viele Kalorien verbrauchen. Unser Gehirn sortiert, bewertet und vergisst aktiv in der Nacht alle Informationen des Tages. Gelerntes wird vor allen in der REM-Phase, während der wir häufig träumen, und im Tiefschlaf vernetzt und somit in die Strukturen eingebaut.

Der perfekte Tag-Nacht-Rhythmus

Da Schlafen somit essentiell für unsere Gesundheit ist, gehört es fest zu unserem täglichen Rhythmus. Ideal wären für die meisten Menschen 8 Stunden Arbeit, 8 Stunden Schlaf und 8 Stunden Freizeit.

Doch was passiert wenn wir zu wenig schlafen?

Wir haben keine Energie, sind unkonzentriert. Unsere Stimmung ist im Keller.

Schon einmaliger Schlafentzug kann spürbare Konsequenzen haben. Körperlich zeigt sich schon nach einer Nacht ein geschwächtes Immunsystem. Es gibt Studien, die ein erhöhtes Risiko für Diabetes, erhöhten Blutdruck und im Alter sogar Demenz bei „Dauer-Durchmachern“ festgestellt haben. Wieviel Schlaf wir brauchen, ist übrigens vom Alter und vom Typ abhängig. Das bedeutet, es gibt für jeden Menschen eine individuelle „Schlafwohlfühlzeit“.

Schlaf kann nicht erzwungen werden.

Laden Sie den Schlaf zu sich ein. Kommen Sie in die Schlafschule oder buchen sie eine online Beratung.

Ein regelmäßiger Rhythmus, ein Tagesablauf, der Platz zum Durchatmen lässt, Freundschaften, die gepflegt werden, und Zeit, sich in der Natur aufzuhalten, fördern die Einladung an den Schlaf.

Christine von Schlafprojekte