Melatonin zur Schlaftherapie bei M. Alzheimer

Da endogene Melatonin-Spiegel bei Patienten mit M. Alzheimer reduziert sind, wurde untersucht, ob die Substitution von Melatonin einen positiven Effekt auf den Schlaf von Alzheimer-Patienten hat.

Alzheimer ist eine degenerative Hirnerkrankung, die zu einer Demenz führt. Es gibt ja viele Formen der Demenz und Morbus Alzheimer ist nur eine von vielen Formen der Demenz.

Klassische Symptome der Demenz sind kognitive Störungen, psychiatrische sowie Verhaltensauffälligkeiten. Zum Morbus Alzheimer dazugehörend sind oft Schlafstörungen. Im Gesamtverlauf der Erkrankung kann es zu einer kompletten Fragmentierung des Nachtschlafes und einer kompletten Umkehr des Schlaf- Wach-Rhythmus kommen. Zusätzlich zur schlechten Entwicklung des Schlafes bei Alzheimer-Patienten kommt die Wechselwirkung von schlechtem Schlaf, Verlust von Tiefschlaf und REM-Schlaf, was ebenfalls zu einer Störung des Gedächtnisses führen kann. Es gibt viele Belege dafür, dass im Schlaf ein wichtiger Teil der Gedächtniskonsolidierung stattfindet. Schlafmangel und Schichtarbeit scheinen die Erkrankung zu begünstigen.

In den letzten Jahren sind weltweit verschiedene Therapiemöglichkeiten erarbeitet worden.

Licht für einen guten, tiefen Schlaf bei Demenz.

Sehr einfach zu handhaben und sehr effektiv ist eine geregelte Lichttherapie. Das heißt schon früh nach dem Aufstehen sollten Menschen mit Morbus Alzheimer dem ungefilterten Tageslicht ausgesetzt werden und zur Aktivierung sollten den ganzen Tag Tageslichtleuchten, Spaziergänge und Aufenthalte im Freien und Bewegung in natürlichem Licht stattfinden. Die geregelte Lichttherapie führt zu einer besseren Schlafregulation bei allen Menschen. Schlafstörungen durch den Mangel an Tagelicht sind auch außerhalb von Demenzerkrankungen gar nicht so selten.

Melatonin

Die Substanz Melatonin wird als endogenes Hormon zur Behandlung bei Morbus Alzheimer immer wieder diskutiert. Deshalb gab es eine Studie mit 80 Patienten, die eine milde bis moderate Diagnose hatten und bei denen der Nachtschlaf gestört und nicht gestört war. Die eine Gruppe bekam ein Placebo, die andere Gruppe bekam Melatonin. Das Ergebnis war, dass Patienten, die Melatonin erhalten hatten, sowohl von ihrer kognitiven Leistung als auch vom Schlafverhalten her ein positiven Effekt zeigten. Gerade Patienten mit einer nächtlichen Unruhe und einer Verschiebung des Schlaf- Wach-Rhythmus profitierten deutlich von der Melatoningabe. In der Praxis ist die nächtliche Unruhe von Menschen mit einer degenerativen Demenzerkrankung, einer der Hauptgründe für eine Einweisung in eine Pflegeeinrichtung.

So viele Ehepaare werden nach vielen Jahren, genau aus diesem Grund, getrennt. Diese Fragmentierung und Umkehr des Schlaf-Wach-Rhythmus führen zu einem nicht-schlafen-können der pflegenden Angehörigen. Hier könnte zusätzlich zu der Lichttherapie die Melatonintherapie Erleichterung verschaffen und vielleicht sogar die Einweisung in eine Pflegeeinrichtung verhindern. Das Licht von Tagelichtleuten sollte hier mindestens 10-000 Lus betragen. Tageslicht ist somit nicht nur für die an Mobus Alzheier erkarnkten sondern auch für die Angehörigen segensreich. In den Wintermonaten helfen außer Tagelichtleuchten auch Lichtwecker, Brillen mit integrierten LED Leuchten oder Lichttherapiegeräte wie Valkee die über die Ohren Licht zuführen.

Fragen Sie Ihren Hausarzt oder Schlafmediziner ob diese Therapie für Sie eine Alterniative sein kann.

Studies ist zu finden unter: Add-on prolonged-release melatonin for cognitive function and sleep in mild to moderate Alzheimer’s disease: a 6-month, randomized, placebo-controlled, multicenter trial. von Wade AG1, Farmer, Harari, Fund, Laudon, Nir, Frydman-Marom, Zisapel

Dauerhaft  zu wenig Schlaf erhöht das Risiko für Alzheimer

 Zu wenig Schlaf verstärkt die Protein-Ablagerungen im Gehirn.

Forschendee der Washington State niversity fanden aktuel heraus, dass Schlafmangel die Ausbreitung toxischer Anhäufungen des Tau-Proteins massiv beschleunigt. Teilweise waren die Werte in der Studein um bis zu 50 % erhöht. Diese Anhäufungen sind ein Vorbote für Hirnschäden und wahrscheinlich ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Entwicklung von Demenz Erkrankungen. Schlaflosikeit durch Dauerstress oder ständigen Wechsel der Schlafzeiten und Umgebungen scheinen hier das Risiko zu verstärken. Die Arbeit wurde auf dem DGSM Kongress vorgestellt und jetzt im Science Magazin publiziert.

Diese Studien sollten natürlich über einen längeren Zeitraum, mit mehr Patienten durch geführt werden, um noch bessere Daten zu bekommen. Bis dahin schade es aber niemanden sich immer genug Schlaf zu gönnen und den Schlaf nicht in die Zukunft zu verschieben.

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