Albträume und Schlafwandeln

Albträume und Schlafwandeln2018-04-28T21:30:37+00:00

Albträume, Schlafwandeln, Nachtschreck, Zähneknirschen – Nachteulen- Kinder können Ihre Eltern manchmal gehörig erschrecken. Die gute Nachricht: die meisten Aufwachstörungen sind harmlos.

Aufwachstörungen typisch im Kindesalter

Parasomnien:  das sind Ereignisse oder Verhaltensweisen, die im Schlaf oder aus dem Schlaf heraus erfolgen.

Aufwachstörungen, Parasomnien treten gehäuft im Kindesalter auf. Viele Kinder und Eltern erleben irgendwann einmal einen „Nachtschreck“ oder schlafwandeln.

In der Regel treten die verschiedenen Aufwachstörungen bevorzugt in einer bestimmten Altersphase auf und verschwinden nach einiger Zeit von selbst wieder. Sie können sich verstärken, wenn Kinder Fieber haben, übermüdet sind oder gerade besonderen Belastungen oder Stress ausgesetzt sind.

Aufwachstörungen sind fast immer harmlos. Ein Arzt oder Therapeut wird nur benötigt falls folgende Situationen auftreten.

  • wenn die nächtlichen Verhaltensweisen des Kindes besonders aggressiv sind und eine erhöhte Verletzungsgefahr besteht;
  • wenn das Ereignis über einen längeren Zeitraum fast jede Nacht auftritt;
  • wenn das Kind unter ausgeprägter Tagesmüdigkeit leidet;
  • wenn andere Familienmitglieder zu stark beeinträchtigt werden.
  • Wenn die gesamte Familiäre und soziale Situation dadurch instabil wird.

Parasomnien, wie zum Beispiel das Sprechen im Schlaf, Alpträume oder Zähneknirschen vergehen oft nach einiger Zeit von selbst, ansonsten ist hier auch Hilfe von außen eine gute Unterstützung. Bei Aufwachstörungen wie dem Schlafwandeln sollten die Kinder immer wieder geweckt und ins Bett gebracht werden auch Schutzmaßnahmen wie das Absperren der Eingangstüren usw. ist hier Pflicht.

Schlaftrunkenheit

Bei der Schlaftrunkenheit – auch partielles oder teilweises Erwachen genannt – befindet sich das Kind in einer Art Übergangszustand zwischen Schlafen und Wachen. Das schlafende Kind führt Handlungen aus, die so wirken, als sei es wach, es kann sich aber später an nichts erinnern.

Schlaftrunkenheit äußert sich meist durch aus dem Schlaf heraus auftretendes Schreien und wilde Bewegungen. Oft setzt sich das Kind im Bett auf oder steht sogar auf. Es macht den Eindruck, wach zu sein, wirkt aber sehr verwirrt und aufgeregt. Versuche, das Kind zu trösten, zu beruhigen oder wieder hinzulegen, werden entschieden, oft auch aggressiv zurückgewiesen. Eltern können in dieser Situation nicht wirklich zu ihrem Kind „durchdringen“ – sie können nur abwarten, bis es sich von selbst beruhigt, und darauf achten, dass es sich nicht verletzt. Dieser Zustand kann bis zu einer halben Stunde anhalten. Dann wacht das Kind kurz auf, um anschließend sofort wieder einzuschlafen. Schlaftrunkenheit tritt meist bei Säuglingen und Kleinkindern, gelegentlich auch bei älteren Kindern auf. Sie ist harmlos und erfordert keine Behandlung.

Wie Sie Schlafproblemen bei Kindern vorbeugen können

Schlafstörungen frühzeitig erkennen

Der Pavor nocturnus: harmloser Schreck

Pavor nocturnus, Nachtschreck oder Angstschreck genannt, gehört zu den häufigsten Aufwachstörungen im Kindesalter. Er ähnelt sehr der Schlaftrunkenheit, wirkt in seinem Verlauf aber dramatischer und versetzt Eltern manchmal in Panik. Panischer Schrei, lautes Weinen, völlige Verzweiflung das Kind ist Schweiß gebadet, heftig atmend und mit rasendem Puls in seinem Bettchen Jeder Versuch, es zu beruhigen, indem man es auf den Arm nimmt, ihm gut zuredet oder es streichelt, bleibt erfolglos oder regt es gar zusätzlich auf und dann, nach einigen Minuten, ist plötzlich alles vorbei. Der Schreck weicht und es schläft sofort wieder ein. Am nächsten Morgen kann sich das Kind an nichts erinnern und es sollte auch an nichts erinnert werden.

Der Pavor nocturnus tritt am häufigsten im Alter zwischen zwei und sechs Jahren auf, meist im ersten Drittel der Nacht. Er ist harmlos und hat nichts mit Alpträumen zu tun; er fügt Ihrem Kind weder einen körperlichen noch einen seelischen Schaden zu. Als Eltern können wir nur abwarten, bis der Spuk vorbei ist, und darauf achten, dass sich Ihr Kind nicht verletzt.

Schlafwandeln ist gefährlich

Schlafwandeln kann in Kombination mit dem Pavor nocturnus oder auch alleine auftreten. Warum? Darüber gibt es nur Vermutungen. Genetische Veranlagung zum Schlafwandeln, fiebrige Erkrankungen, psychischen Stress, Flucht oder Lärm sind einige Faktoren die hier in Frage kommen.

Schlafwandeln ist meistens harmlos; allerdings können bei den nächtlichen Ausflügen Unfallgefahren lauern.

Wenn Ihr Kind zum Schlafwandeln neigt, achten Sie darauf, dass alle Fenster, Wohnungs- und Balkontüren gut verschlossen sind. Schere, Messer, Licht sind für kleine Kinder und für Schlafwandler nichts. Nützlich kann es auch sein, an dem Kinderzimmertürgriff ein kleines Glöckchen anzubringen, das Sie in der Nacht darauf aufmerksam macht, wenn Ihr Kind Schlafwandelt. Wenn Sie das Schlafwandeln bemerken, sollten Sie aus Sicherheitsgründen versuchen, Ihr Kind in sein Bett zurückzuführen.

Bitte nicht: Ihrem Kind am nächsten Tag vom Schlafwandeln der Nacht zu berichten – das löst unter Umständen zusätzlich Ängste aus. Schlafwandeln tritt am häufigsten im Alter zwischen vier und acht Jahren auf, oft bei Kindern, die in jüngeren Jahren im Schlaf gesprochen haben. Ungefähr 15 Prozent aller 5- bis 12-jährigen Kinder schlafwandeln einmal; fünf Prozent häufiger. In den meisten Fällen lässt das Schlafwandeln mit zunehmendem Alter nach und verliert sich bis zur Pubertät ganz. Sollte Ihr Kind regelmäßig schlafwandeln, ist es ratsam, in der kinderärztlichen Praxis abklären zu lassen, dass es sich wirklich um Schlafwandeln und nicht um ein Anfallsleiden handelt.

Alpträume

Alpträume werden oft als schrecklich und bedrohlich erlebt. Wer als Erwachsener Albträume hat, weiß, wie bedrückend ein solcher Traum auch noch Tage danach wirken kann. Bei einem Kind ist es nicht anders. Wenn es nach einem Alptraum aufwacht, kann es sich meist noch sehr lebhaft und detailliert an das Geschehen erinnern. Es ist verängstigt, braucht Trost und sucht die Zuwendung und den Schutz der Eltern. Bis zum ca. 6 Lebensjahren wenn ein Kind Träume als Wirklichkeit erlebt, kann die Angst aus dem Traum noch lange nach dem Erwachen anhalten. Meist erinnern sich die Kinder noch Tage oder sogar Wochen danach an den Alptraum ja es gibt Erwachsene die sich noch an diese Träume erinnern.

Was machen Schlaftherapeuten in diesem Fall?

Schlaf Coaches haben die Erfahrung gemacht, dass es hilfreich sein kann, wenn man Kinder am nächsten Tag die Figuren aus ihren Träumen malen lässt und sie somit „fassbar“ macht. Die Kinder sollen sich dann für das Erlebnis im Traum einen neuen, guten Ausgang überlegen.

Von den Parasomnien sind Alpträume diejenigen, bei denen am ehesten ein Zusammenhang mit akuten oder chronischen Belastungen besteht. So sind die Ursachen für einen Alptraum denn auch häufig in sehr intensiven oder beängstigenden Tageseindrücken zu suchen, die das Kind überfordern. Hierzu zählt auch ein übermäßiger, bzw. nicht kindgerechter Fernseh- und PCkonsum. Überforderung aufgrund von schulischem Leistungsdruck und Mobbing kann hier auch eine Rolle spielen.

Um Albträumen vorzubeugen hilft eine ausgeglichene Atmosphäre, Zeit für Gespräche, Gemeinsames Essen mit Zeit für einen achtsamen Umgang. Zeit um über das Tagsüber Erlebte zu sprechen, belastende Ereignisse sollten tagsüber besprochen werden nicht kurz vor dem ins Bett gehen. In den letzten zwei Stunde vor dem Einschlafen sollte Fernsehen tabu sein.

Sprechen im Schlaf

Kinder die Schlaf sprechen sind sehr häufig. Kinder, die häufig im Schlaf sprechen, neigen, wenn sie älter werden, laut aktuellen Studien stärker zum Schlafwandeln als andere.

Sprechen im Schlaf ist harmlos, auch wenn es im Zusammenhang mit Fieber oder Stress auftritt. Eine Behandlung ist grundsätzlich nicht nötig. Wenn Sie über längere Zeit Stress in der Schule oder durch Freunde als Ursache vermuten sollten sie hier aber aktiv werden.

Zähneknirschen

Nächtliches Zähneknirschen hört sich grauenhaft an.  Dauerhaftes oder häufiges Zähneknirschen kann die Zähne übermäßig abnutzen, was durch sogenannte „Beißschienen“ verhindert werden kann. Manchmal ist das Zähneknirschen auch ein Hinweis auf Fehlstellungen im Gebiss. Deshalb sollten Sie das Problem bei regelmäßigem Auftreten auf jeden Fall mit einem Zahnarzt und Kieferorthopäden besprechen.

Da das Zähneknirschen in Belastungssituationen meist zunimmt, kann eine Entspannungstherapie oder Yoga und Meditation ratsam sein.

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