Psychologisch bedingte  Schlafstörungen (primäre Insomnie)

Sind meistens chronische psychogene Störungen, die durch eine höhere körperliche Anspannung (Hyper-Arousel) und einem erlernten Fehlverhalten klassifiziert sind. Dieses Fehlverhalten, auch als Konditionierung bekannt, erhöht sich in den letzten Jahren auch durch den Einsatz neuer Medien im täglichen Leben – sprich Mobiltelefon im Bett-.  Ausgangspunkte der Hyper- Arousels sind oft eine lange Zeit erhöhter Anspannung, der Überlastung und der Selbstüberforderung. Ein Kennzeichen hiervon ist die Übererregung autonomer Körperfunktionen, z.B. Tachychardie (erhöhte Pulsfrequenz), die Unfähigkeit abzuschalten, strukturelle Störungen, wie Ängstlichkeit, Überreaktionen, Gereiztheit, extreme emotionale Unbalanciertheit.

Eine primäre Insomnie kann erlernt werden. Z.B. durch eine körperliche Erkrankung, Schichtarbeit, Depression, langjährige Angehörigenpflege. Auch lange nach dem auslösenden Ereignis bleibt die Insomnie bestehen. Die idiopathische Form der Insomnie ist gekennzeichnet durch die ständige Sorge, nicht schlafen zu können. Das Thema Schlaflosigkeit bzw. auch diese Nacht wieder nicht schlafen zu können bestimmen zunehmend das Leben. Hier setzt ein Kreislauf ein, der die Gedanken beherrscht.

Dieser Zustand kann viele Jahre dauern und ist nicht immer behandlungsbedürftig. Bei manchen Menschen kommt es zu einer spontanen Remission z.B. während einer Ferienreise oder eine positive Veränderung der persönlichen Lebenssituation. Menschen, die Gefahr laufen durch diesen zwanghaften Kreislauf der Schlaflosigkeit ihre Lebensfreude und Lebenslust zu verlieren, sollten jedoch frühzeitig fachliche Unterstützung von außen holen. Abzugrenzen sind primäre Insomnien von internistischen, neurologischen, psychiatrischen und gynäkologischen, urologischen Grunderkrankungen. Falls es Anhaltspunkte gibt für eine schlafbezogene Atemstörung, wie z.B. Schlafapnoe-Syndrom sollte dies zwingend abgeklärt werden.