Heute mal ein Beitrag von einer Gastbloggerin

Antje Heimsoeth, Expertin für Selbstführung,

Sie ist nicht nur eine Kundin von mir und meiner Schlafmaske,

sondern auch eine Begleiterin seit der ersten Stunde meiner Selbsständigkeit.

Unser Leben ist sehr schnell geworden.

Es gilt, immer mehr in immer kürzerer Zeit zu schaffen. Ein Termin jagt den nächsten und in der Weihnachtszeit scheint sich das Ganze noch zu potenzieren. Dass immer mehr Menschen dem Tempo des Hamsterrads nicht mehr Stand halten, haben die vielen Fälle von Burnouts in den letzten Jahren gezeigt. Die Art und Weise, wie unsere persönlichen Einstellungen und Haltungen, die äußeren Bedingungen und unsere Lebensweise zusammenwirken, beeinflusst unser Stressempfinden und unsere sogenannte Resilienz. Damit ist vor allem die psychische Widerstandsfähigkeit gemeint, also unser mentaler Umgang mit Herausforderungen, die das Leben an uns stellt. Wenn Stress zur Belastung wird, zeigt unser Körper Reaktionen, z. B. durch Herz- und Kreislauferkrankungen, Blasenschwäche, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Schlafprobleme.

„Nur in der Entspannung kann man besser werden.“
Wer leistungsfähig bleiben will, braucht Regenerations- und Erholungsphasen – das gilt für Highperformer im Business und Spitzensportler genauso wie für jeden von uns. Wer ohne Unterbrechung im Hamsterrad läuft, dem geht zwangsläufig irgendwann die Puste aus. Gerade wenn an uns hohe Anforderungen gestellt werden, ist die richtige Balance zwischen Höchstleistung, Erholung und Regeneration enorm wichtig. Deshalb richten Profisportler ihren Fokus auf den Aufbau, Erhalt und die Erneuerung ihrer Energie, die sie für erfolgreiche Wettkämpfe benötigen. Mit anderen Worten: Sie werden erst durch Pausen richtig gut! Eine der schnellsten Extrem-Läuferinnen der Welt, Anne-Marie Flammersfeld, hat mir im Interview für mein Buch „Chefsache Kopf. Mit mentaler und emotionaler Stärke zu mehr Führungskompetenz“ gesagt: „Nach stressigen Phasen ist die Entspannung genauso wichtig. Nur in der Entspannung kann man besser werden. Wer ohne Pause trainiert, geht mit immer weniger Energie in die nächste Trainingseinheit – er wird schlechter, obwohl er immer mehr trainiert, weil er dem Körper die nötigen Regenerationspausen verweigert. Wer immer nur arbeitet, die Arbeit am Wochenende mit nach Hause nimmt, ständig Mails checkt, der wird nicht besser, weil er sich nicht mehr gut konzentrieren kann, er wird schlechter und dann mündet es oftmals im Burn-out. Im Sport wird das Übertraining genannt.“ (vgl. Heimsoeth, 2015, S. 57).

Schlafprobleme rauben Kraft
Nach einer Studie der Bühler Max-Grundig-Klinik unter 1.000 Managern bringen es Führungskräfte im Schnitt nur auf fünf Stunden Schlaf pro Nacht (vgl. managerSeminare, Heft 192, 2014). Das liegt nicht nur am späten Ins-Bett-Gehen, sondern vor allem an Ein- und Durchschlafproblemen. Der Grund sind häufig berufliche Belastungen. Diese werden durch den Schlafmangel nicht geringer, im Gegenteil: Die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit lässt nach, das Risiko von Erkrankungen steigt hingegen. Ein fataler Teufelskreis.

Wem es gelingt, sich auszuruhen, der schöpft neue Kraft, gewinnt Energie und das wirkt sich positiv auf die Psyche aus. Abschalten, zwischendurch und am Ende des Tages, fällt nicht immer leicht. Hier ein paar Tipps, die sich gut in den Alltag integrieren lassen:

  •  Reisen Sie im Kopf an Ihren Ruheort oder Schönen Ort
    Entfernen Sie sich geistig im Kopf für ein paar Minuten von allem Trubel um Sie herum. Gehen Sie in Ihrer Fantasie an Ihren „Schönen Ort“ oder Ruheort, z.B. auf den Steg an einem See, an den Strand, in die Berge oder an einen Ihrer Lieblingsplätze. Diese Visualisierung bewirkt wohlige Entspannung und beruhigt die Nerven. Rufen Sie Ihr Ruhebild ab, indem Sie tief durchatmen, ein Schlüsselwort („Ruhe“ o.ä.) sagen und sich mental dorthin versetzen.
  • Entspannen Sie durch Bauchatmung
    Legen Sie die Hände auf den Bauch. Atmen Sie durch die Nase ein und zählen Sie dabei langsam bis drei. Atmen Sie bewusst, langsam und gleichmäßig durch den Mund aus. Beim Einatmen hebt sich Ihre Bauchdecke, die Finger gehen auseinander. Halten Sie den Atem kurz an. Atmen Sie nun langsam wieder aus. Die Bauchdecke senkt sich, die Finger berühren sich wieder. Achten Sie darauf, dass das Ausatmen deutlich länger dauert als das Einatmen. Wiederholen Sie das mehrere Male.
  •  Etablieren Sie Ihr Feierabend-Ritual
    Fertigen Sie eine to do-Liste für den nächsten Tag an. Schalten Sie den Computer ab und klopfen Sie auf den Schreibtisch. Beim Rausgehen verabschieden Sie sich von allen, denen Sie begegnen und sprechen nichts Dienstliches mehr an. Den Heimweg nutzen Sie zum inneren Abschalten, Gedanken an die Arbeit sind tabu. Am Ortsschild (oder an der letzten Bahn- oder Busstation) halten Sie inne: Denken Sie gerade noch die Arbeit? Falls ja, stoppen Sie die Gedanken. Schicken Sie sie in Form einer Visualisierung fort (z.B. Wolken mit Gedanken impfen, Zug nimmt Gedanken mit und wenn der Zug im nächsten Tunnel verschwindet, sind auch die negativen Gedanken fort), sagen Sie leise, besser laut, energisch STOPP. Sie können das Wort auch mehrmals hintereinander sagen: „STOPP! STOPP! STOPP!“ Zusätzlich können Sie noch mit der Hand auf den Oberschenkel klopfen. Atmen Sie dabei ruhig und tief.

Zu Hause wechseln Sie Ihre Dienstkleidung gegen den Freizeitdress, nehmen eine Dusche, tauchen so förmlich ins Privat- und Freizeitleben ein. Sie machen beispielsweise erst mal zehn Minuten Musik und unterhalten sich dann beim gemeinsamen Abendessen mit Ihrer Familie oder treffen sich mit Freunden zum Essen. Nach 20 Uhr schalten Sie das Handy ab – und erst morgens wieder an. Legen Sie es in den Flur neben die Haustür; es gehört nicht auf den Nachttisch! Widmen Sie sich stattdessen einem guten Buch – und dann sinken Sie rechtzeitig in den wohlverdienten Schlaf!
Zur Autorin
Antje Heimsoeth, Expertin für Selbstführung, Mentale Stärke und Motivation, Dipl. Ing. (FH), gehört zu den bekanntesten Mental Coaches und Vortragsrednerinnen im deutschsprachigen Raum. Seit 2003 führt sie in Rosenheim ihr Institut, die Heimsoeth Academy, wo sie Seminare, Ausbildungen und Coachings in den Bereichen Business, Gesundheit und Sport anbietet. International tätig. Sie wurde als „Vortragsrednerin des Jahres 2014“ ausgezeichnet.
Ihr Praxiswissen hat Antje Heimsoeth bereits in mehreren Büchern niedergeschrieben. Ihr neuestes Werk „Chefsache Kopf. Mit mentaler und emotionaler Stärke zu mehr Führungskompetenz“ (Springer Gabler, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-05774-9, 205 Seiten, http://chefsache-kopf.de/) zählt bereits zu den Bestsellern unter den Motivationsbüchern.
Infos: www.antje-heimsoeth.com, www.business-mentaltrainer.eu